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Pflanzenfarben-Wandlasur
"D as Endziel aller
bildnerischen Tätigkeit ist der Bau! Ihn zu schmücken war einst die vornehmste Aufgabe
der bildenden Künste, sie waren unablösbare Bestandteile der großen Baukunst. Heute
stehen sie in selbstgenügsamer Einsamkeit, aus der sie erst wieder erlöst werden können
durch bewußtes Mit- und Ineinanderwirken aller Werkleute untereinander. Architekten,
Maler und Bildhauer müssen die vielgliedrige Gestalt des Baues in seiner Gesamtheit
wieder kennen und begreifen lernen, dann werden sich von selbst ihre Werke wieder mit
architektonischem Geist füllen, den sie in der Salonkunst verloren."
In diesem Manifest des Bauhauses von Walter Gropius aus dem Jahr
1919 wird die enthusiastische Aufbruchstimmung am Anfang unseres Jahrhunderts, nach dem
künstlerischen Leerlauf des 19.Jahrhunderts, deutlich. Diese Impulse endeten jedoch,
bedingt durch den technischen Mechanismus, durch das immer konsequentere funktional
rationalistische Denken im Rasterbau eines Warenhausstils, der in Deutschland, besonders
in der Aufbauphase nach dem 2.Weltkrieg, unsere Städte und Dörfer formte. Selbst in
unseren Wohnungen sind alle Formen auf den einen irdisch-rechtwinkligen Kubusblock
abstrahiert, wurden alle Werkstoffe , alle Farben aus der Natur durch Surrogate ersetzt.
Der Fortschrittsglaube, die irrige Hoffnung, daß wir uns unabhängig von der Natur machen
könnten, daß wir alle Baustoffe synthetisch herstellen oder verbessern könnten, hat zu
der großen Verachtung der Mutter Erde geführt, die uns heute bedroht.
Goetheanischer Baustil
In Bezug auf einzelne Häuser, ja in der Architektur im
allgemeinen, ist heute manchmal vom organischen Baustil die Rede. Dies meint nicht ein
Imitieren pflanzlicher Formen, sondern vielmehr eine Vermittlung zwischen der äußeren
Welt und unserer seelischen Entfaltung. Statt der bisher in der Baugeschichte der
Menschheit betonten statisch wirkenden Grundformen Dreieck, Viereck und Kreis sollen diese
durch die sich metamorphosierenden Kräfte einer organischen Dynamik aus dem erstarren
machenden Toten in ein bewegtes Lebendiges überführt werden. Weil Goethe durch seine
Metamorphosenlehre zum Entdecker der organischen Gesetzmäßigkeiten wurde, nannte Rudolf
Steiner, der Begründer der Anthroposophie und der Waldorfschulen, diesen Stil auch den
goetheanischen Baustil. In der heutigen Zeit, in der immer mehr Menschen mit diesem
Gedankengut durch Kindergärten, Waldorfschulen, Biologisch-dynamischen Bauernhöfen sowie
Werk- und Lebensgemeinschaften Kontakt bekommen, werden sie auch angesprochen von einem
der zentralsten Inhalte der organisch dynamischen Baukunst, dem Farbenleben der Bauten.
..in den Waldorfschulen
Von den künftigen Bauten erwartete Rudolf Steiner, daß sie
"Farbenbauten" werden , damit der Bau mit seinen Naturmaterialien durchseelt
werde, denn "die Farbe bildet einen Abschluß für die materielle Welt und einen
Aufschluß für die geistige Welt. Hier liegt das Geheimnis der Farbe, daß der Maler es
zu jenem Punkte bringt, wo das Sehertum anfängt.
...Sie fühlen den Zusammenhang des Inneren, Seelischen im Universum durch die Farbe.
Es hätte keinen Sinn, jemals mit Farben zu malen, wenn die Farbe nicht noch etwas anderes
wäre, als was sie für die äußere physikalische Betrachtung ist. Die Farbe ist die
Sprache der Naturseele, die Sprache der Seele des Universums...Die Farbe ist sichtbar
gewordene Seele...Und erst dann entsteht das Malerische, wenn man in der Farbe das
Scheinen, das Sichoffenbaren, das Hindurchstrahlende als ein Lebendiges erfaßte und aus
dem hinstrahlenden Lebendigen nun eigentlich erst das auf der Fläche zu gestaltende
(Rudolf Steiner)
Farbkreis von Julius Hebing. Der Farbkreis zeigt auch die
Farben für die Waldorfschulklassen: Oben links Kindergarten bis 2.Klasse linksdrehend bis
zur 12.Klasse.
Schon die alten Meister hatten herausgefunden, daß nicht
pastöser Auftrag sondern erst viele dünne Schichten "Leben" in ihre Bilder
brachte. Die größte Kunst war es, das Inkarnat, die Farbe des menschlichen Antlitzes
malen zu können. Bis zu dreißig verschiedenfarbige durchscheinende Lasuren, manchmal
angefangen mit Grüner Erde über Sienna-gelb bis zum zarten Ockerrot brauchte Bottichelli
um ein Madonnengesicht zu malen.
In der Freskomalerei wurde der Putz und die eigentliche
Farbgebung getrennt, aber man war noch zeitlich gebunden, denn der Untergrund mußte noch
"fresce", d.h. frisch sein, damit die mit Kalkwasser aufgetragenen Farben noch
mit dem Kalkputz "versteinerten". Es konnten immer nur Tagewerke erstellt
werden. In der Seccomalerei wurde zwar diese zeitliche Schwierigkeit umgangen, die Bilder
büßten jedoch durch die pastöseren Aufträge an Transparenz ein.
Wandmalerei in Lasurtechnik
Erst eine Wandmalerei, die mit Hilfe einer Lasurtechnik entsprechend dem Aquarellmalen
entsteht, kann Resultate bringen, die heutigen Ansprüchen genügt. Die eigentliche Farbe
wird nicht in den Farbteig, z.B. in eine weiße Dispersionsfarbe hineingerührt, sondern
sie wird mit einem wasserverdünnbaren Lasurbinder in vielen Schichten auf einen optimalen
Lasurgrund im Nachhinein lasierend aufgetragen.
Jetzt kommt es nur noch auf den Lasur-Grund, entsprechend dem
Aquarellpapier, den Binder und die Farbpigmente an.
Für den Lasur-Grund genügt es nicht, nur weiß zu sein. Er
darf nicht zu glatt, nicht zu fett, d.h. wasserabstoßend, und nicht zu mager, d.h. zu
stark saugend sein. Er muß das Licht optimal reflektieren, weil es durch die
Farbschichten zurückstrahlt und so dem Wandbild die Tiefe und Transparenz gibt, die so
typisch ist für die Wandlasur. Kasein ist das Material, welches hierfür dank seiner
Kristallstruktur hervorragend geeignet ist. Beim Sehestedter Kasein-Lasurgrund wird diese
reflektierende Eigenschaft noch unterstützt durch ein natürliches Aluminium-Silikat und
durch ein sehr weißes Dolomitgesteinsmehl. Die Kombination von Kasein mit Harzdispersion
und Bienenwachsemulsion ergibt eine fließblattähnliche Oberfläche des Anstrichfilmes.
Der Binder für den Farbauftrag muß wisch-, möglichst waschfest sein, damit ein Bild auf
der Wand bestehen bleibt. Es genügt hierfür nicht nur Gummi Arabicum wie beim
Aquarellbinder. Der Sehestedter Wandlasurbinder ist ein wasserverdünnbares Malmittel auf
Bienenwachsbasis, das allen handwerklichen und technischen Ansprüchen erfahrungsgemäß
entspricht und das auch von Laien bedenkenlos verarbeitet werden kann.
Jetzt kommt es nur noch auf die Pigmente an. Unter den
Fachleuten entbrannte in der Vergangenheit gerade hierüber der größte Streit.
Sollten es, die von Rudolf Steiner geforderten lebendigen
Pflanzenfarben sein oder durfte man auf die viel effektvolleren synthetischen
zurückgreifen? Die Bemühung um die Entwicklung und Herstellung von Malfarben aus
Pflanzen ist trotz einer Malgeschichte von mehreren tausend Jahren relativ neu.
Pfirsichblüt-Farbverwandlungen (Fritz Weitmann)
Zurückblickend stellt man fest, daß die Zeit bis ins 19.Jahrhundert , die Zeit der
Erd- und Mineralfarben war. Pflanzenfarben wurden wegen den Schwierigkeiten der
Herstellung nur spärlich genutzt. Die Verwendung der Pflanzenfarben in der Tuchfärberei
hat übrigens wenig oder nichts mit der Verwendung als Malfarbe zu tun.
Farbgeschichtlicher Überblick
Die ersten Rezepturen zur Herstellung von Malfarben aus Pflanzen stammen aus
Rezeptsammlungen, die um das 13.Jahrhundert herum veröffentlicht wurden. Die
Farbherstellung war Teil eines Wissens, das gepflegt wurde von Malergruppen, die innerhalb
von Kloster mauern sich mit dem Illustrieren von Büchern beschäftigten. Bei der
Herstellung von diesen Pflanzenfarben wurden zum Teil recht phantasievolle Methoden
entwickelt. Schon damals wurde aber auch die sogenannte Verlackungs-oder
Ausfällungsmethode benutzt, die heute noch die Grundlage der Pflanzenfarbenherstellung
ist. Diese Methode basiert darauf, daß gewisse Stoffe, wie z.B. Tonerde, die Fähigkeit
besitzen, Farbstoffe zu absorbieren. Diese Stoffe werden dadurch zu Farbträgern, und
verhelfen damit den Pflanzenfarben zu mehr Stofflichkeit und ermöglichen erst die
Verwendung als Malfarbe.
Die EntdeckuDng
der synthetischen Farbe
Seit dem 18. bis 19.Jahrhundert, zur Zeit der
Industrialisierung, wurden sowohl Mineralfarben als auch Pflanzenfarben fabrikmäßig
hergestellt. Besonders vom 19.Jahrhundert an ist viel Literatur überliefert, die davon
zeugt, daß man versucht hat, die Pflanzenfarben weiter zu entwickeln. Diese Entwicklung
wurde jedoch jäh unterbrochen durch die Entdeckung von neuen synthetischen Farbstoffen
anfangs aus der Steinkohle dann aus dem Erdöl. Die Begeisterung besonders über die
Anilinfarben aus der Kohle führte dazu, daß die Entwicklung der Pflanzenfarben total
abriss. Die ersten Anilin-Farbenfabriken wurden zu Stammfirmen der jetzigen Chemieriesen.
Heute bedienen sie sich des Erdöls als billigem Rohstoff, um Farben herzustellen. Die
Pflanzenfarben finden außer bei den Naturfarbenherstellern und in einigen
anthroposophischen Kreisen keine Beachtung mehr. Da mutet es schon recht hoffnungsvoll an,
wenn 1992 ein ehemaliger BASF-Mitarbeiter, Hartmut Schweppe das Handbuch der
Naturfarbstoffe herausgibt. Wie auf vielen Gebieten, so wird es auch hier sein, daß erst
der Verbraucher eine Reaktion, ein Umdenken bewirken wird. Erst wer in einem mit
Pflanzenfarben ausgemaltem Raum seine Erfahrungen gemacht, seinen Farbsinn geschult hat,
wird weiter nach diesen Farben verlangen.
Die Pflanzenfarben haben eine Farbqualität, die bei
keinem anderen Farbstoff zu finden ist. In den Pflanzenfarben lebt ein Stück lebendiger
Natur.
Fahlheit oder Grellheit anstatt
Frische und Harmonie
In dem historischen Überblick wurde es deutlich, daß sich eine
Kluft zwischen baukünstlerischer Gesinnung (Kultur) und populärer Praxis im Laufe des
neunzehnten Jahrhunderts mehr und mehr geltend gemacht hat. Nicht nur die Herstellung,
sondern auch die Bestimmung von Dekorationsmaterialien (Farben, Tapeten usw.) liegt daher
weitgehend in den Händen von Kaufleuten, Chemikern und Technikern. Diese sind nicht
entsprechend vorgebildet und mit den Fragen der psychologischen und räumlichen Wirkung
nicht vertraut. Dazu werden eventuell noch routinierte Designer beschäftigt, die
angehalten sind, sich innerhalb der bestehenden Moden zu bewegen. Die Fahlheit oder
Grellheit anstatt Frische und Harmonie in der Farbqualität ist die weit verbreitete Folge
dieses Tatbestandes.
Die Frage erhebt sich, welche legitimen Mittel ergriffen werden
können, um die Bevölkerung ganz allgemein farbbewußter zu machen? Zu einer
volkshygienischen Angelegenheit gesellt sich eine volkspädagogische Aufgabe.
Sowohl bei Fachleuten wie bei Laien müßte der heute weitgehend
unterentwickelte oder strapazierte Farbsinn (siehe Reklamewesen) in seinem Verhältnis zum
dreidimensionalen Raum systematisch weitergebildet werden. Ein wirksames Mittel dazu
bieten z.B. die neuen Möglichkeiten des lasierenden Farbauftrags. Neben der Erziehung und
den intensivierten Ausbildungskursen könnte das Ausstellungswesen, das Schaffen von
Anschauungs- und Demonstrationsmaterial, die Vergleichsmöglichkeit, die Einrichtung von
Musterräumen und -Wohnungen bis hin zur farblichen Gestaltung von öffentlichen Räumen,
wie Bankschalterhallen, Rathäusern, Schulen u.ä. in der breitesten Öffentlichkeit die
wirksamsten Dienste leisten.
zitiert nach Rex Raab, Farbe im Raum
vom Standpunkt des Architekten, in: Farbe im Wohnbereich, einer Studie, die aus Mitteln
des Österr.Bundesministeriums finanziert wurde.
Seit 1992 arbeiten die Sehestedter Naturfarben zusammen mit den
ARTEMIS-Pflanzenfarben. ARTEMIS-Pflanzenfarben ist eine selbständige Einrichtung für
Forschung und Herstellung von Pflanzenfarben. Das Labor wurde 1983-84 von Svend Petersen
und Marianne Eising in Dornach/Schweiz gegründet. Seit 1990 leiten beide eine kleine
Fabrik in Fredericia in Dänemark. Die Pflanzenfarben werden dort in einer Methode
hergestellt, die im vorigen Jahrhundert entwickelt wurde. ARTEMIS-Pflanzenfarben hat aus
dieser Methode eine Reihe selbständiger Farbrezepturen entwickelt und versucht ständig
neue Wege in der Herstellung von Pflanzenfarben zu finden, jetzt wie gesagt auch in
Kooperation mit den Sehestedter Naturfarben.
In Fredericia werden die Pflanzenfarbpasten und in Sehestedt die
Binder, der Wandlasurgrund, der Tiefengrund und die Erd- und Mineralfarbpasten
hergestellt. Seit 1996 arbeiten die Sehestedter Naturfarben auch mit dem Labor Karl
Grieder in der Schweiz zusammen. Mit Karl Grieders Hilfe ist es uns gelungen
Pflanzenfarbenpasten auf Öl/Chitosan-Basis herzustellen die im Wandlasurbereich aber auch
im Textildruck einzusetzen sind.
Sehestedter Tiefengrund
lösemittelfrei und wasserverdünnbar
Zur Verfestigung loser Putze und Gips- und Lehmwände,
Staubbindung von Betonestrichböden. Beschichtung von Gips-Kartonplatten, um Tapeten
wieder lösen zu können, Grundierung der Wände, um Wandfarbe zu sparen...
Zusammengesetzt aus den Naturrohstoffen:
Dammarharz, Carnaubawachs, Schellack, Borax, Bentonepaste,
Wasser.
Sehestedter Wand-Lasurgrund
Ein lösemittelfreier, waschfester, strahlend weißer, matter
Wandanstrich mit gutem Füll- und Deckvermögen für den Innenbereich für alle stärker
beanspruchten Wände in Küchen, Bädern z.B.. Diese gut wasserdampfdurchlässige und
sorptionsfähige Kasein-Wachs-Naturharz-Dispersion ist besonders geeignet als fester
Lasurgrund, d.h. auf diesem Aquarellgrund lassen sich Pflanzenfarben und andere geeignete
Pigmente mit dem Sehestedter Lasurbinder (Art.Nr.:2600) einfach und haltbar in
Lasurtechnik aufbringen.
Der Kasein-Lasurgrund ist leicht zu verarbeiten, wirkt
antistatisch , verringert dadurch die Staubbelastung in den Wohnräumen, ist bei
Renovierungen problemlos überstreichbar und haftet auf allen festen Untergründen.
Materialien wie Quarzsand oder Celluloseflocken können zur Wandgestaltung beigemischt
werden.
Zusammensetzung in absteigender Reihenfolge der Konzentration:
weiches Wasser, Dolomitgesteinsmehl, Talkum, China-Clay, feinsten Glimmer,
Titandioxyd, Kasein (Neuseeland), Bienenwachs- und Schellackseife, Natur-Latexmilch,
Borax, Rizinusöl, Dammarharz, Methylcellulose und Bentoneerde.
Kein Lösungsmittel!!
Haltbarkeit:
Kühl, verschlossen und frostfrei gelagert beträgt die
Stabilität der Farbe ca. 6 Monate.
Verarbeitung und Verbrauch:
Anschließende Pflanzenfarbenlasur ist möglichst auf mit
Rauhfaser tapezierten und dann sorgfältig mit Kasein-Lasurgrund gestrichenen Wänden
auszuführen. Kalk-Zementputz mit Alaun, Gipsputz mit Sehestedter Tiefgrund evtl. vorher
neutralisieren. Pflanzenfarben vertragen weder einen sauren noch einen alkalischen
Untergrund!
Soll auf der Farbe nicht lasiert werden und ist ein
brilliantweißer Anstrich nicht erforderlich, so kann bei der Herstellung auf den
Großteil des Titandioxyds verzichtet werden. Wir empfehlen dann den Einsatz der
Kaseinbinderfarbe (Art.Nr.: 2550), die altweiß ist, und hervorragend mit Erdpigmenten
abgetönt werden kann und auch preiswerter ist.
Verarbeitung und Verbrauch:
Mit dem 10.0l-Eimer streicht man je nach Untergrund 60-80m²
brilliantweiße Wandfläche. Die Fläche sollte sehr kritisch auf Unregelmäßigkeiten
begutachtet werden. Jeder Fehler erscheint nach dem anschließenden Lasieren
überdeutlich; also lieber einen zweiten Anstrich vornehmen.
Lasuren sollten erst nach völliger Durchhärtung nach ca. 1 bis
2 Tagen, ausgeführt werden. Kühl, verschlossen und frostfrei gelagert beträgt die
Stabilität der Farbe ca. 6 Monate.
Nachdem der Wandlasurgrund ein bis zwei Tage gut durchgetrocknet
und gehärtet ist, kann mit dem Lasieren begonnen werden.
Zwei Bindersysteme beim Lasieren
Hierfür werden zwei voneinander unabhängige Systeme angeboten.
Durch die Weiterentwicklung der Sehestedter Naturfarben ist zu dem herkömmlich bekannten
Bienenwachs-Lasurbinder jetzt ein Chitosan-Öl-Lasurbinder hinzugekommen. Für diesen
Binder mußten die Pflanzenfarbpasten neu konzipiert werden. Wir können jetzt aber eine
Wandlasur anbieten, die sehr fest ist, auf verschiedensten Untergründen aufzubringen und
abwaschbar ist, also auch in extrem belasteten Räumen, wie Klassen- oder
Krankenhausräumen einzusetzen ist. Die Pflanzenfarb-Pigmente für den neuen Binder wurden
vom Labor Grieder in der Schweiz für die Sehestedter Naturfarben entwickelt. Die
Pflanzenfarben von ARTEMIS aus Dänemark müssen weiterhin mit dem Bienenwachsbinder
verarbeitet werden.
Sehestedter Lasurbinder mit Chitosan
Der Sehestedter Chitosan-Lasurbinder ist eine
Öl/Wasser-Emulsion, hergestellt mit dem natürlichen Emulgator Chitosan aus den
ausgesucht sauberen Naturrohstoffen : Weiches Wasser, einer speziellen Kombination von
pflanzlichen Ölen und Chitin/Chitosan aus Krabbenschalen, einem Rohstoff, der strukturell
der Cellulose ähnlich ist, eine hornartige, atmungsfähige Oberfläche erzeugt und
gleichzeitig als Konservierer wirkt.
Wasserverdünnbarer Binder für Erd- und
Mineralfarben-Wandlasuren auf weißem reflektierendem Untergrund (möglichst
Kasein-LASURGRUND, Art.Nr.2560).
Auch als Malmittel in der Tempera-Malerei zu verwenden. Nach
Trocknung wisch- und waschfest, spannungsarm, physiologisch unbedenklich. Kühl
(ca.4°C) und frostfrei unverdünnt ca. ein 3/4Jahr haltbar.
Sehestedter Chito-Wandlasurfarbe
Wasserverdünnbare Erdfarben-Lasurfarbe für weißen
reflektierenden Untergrund (Kasein-WANDLASURGRUND (2560) oder Vorlack (2114)) auf Putz,
Tapete, Holz, Metall...
Auch als Farbe in der Tempera-Malerei zu verwenden. Nach
Trocknung wisch- und waschfest, spannungsarm, physiologisch unbedenklich. Kühl (ca.4°C)
und frostfrei unverdünnt ca. ein Jahr haltbar.
Hergestellt aus den sauberen Naturrohstoffen:
Weiches Wasser, einer speziellen Kombination von pflanzlichen
Ölen und Chitin/Chitosan aus Krabbenschalen, einem Rohstoff, der strukturell der
Cellulose ähnlich ist, eine hornartige, atmungsfähige Oberfläche erzeugt und
gleichzeitig als Konservierer wirkt... Vor Gebrauch aufschütteln oder aufrühren!
Die Wandlasurfarbe mit weichem Wasser (bei Pflanzenfarben
möglichst destilliertes oder entkalktes Wasser) 1:3 bis 1:8 verdünnen. Proben an
unauffälliger Wandstelle machen! Um auch bei starken Verdünnungen die die hohe Abrieb-
und Wasserfestigkeit zu erhalten, evtl. etwas Lasurbinder (Art.Nr.2600) hinzufügen.
Für den ersten Auftrag ist die Wandlasurfarbe so zart einzustellen, daß nur ein
"Hauch" Farbe zu erkennen ist. Dies ist eine Bedingung für das Erzielen einer
gleichmäßigen Lasur.
Sehestedter
Bienenwachs-Wandlasurbinder
für ARTEMIS-Pflanzenfarben-Paste
Wasserverdünnbarer Binder für Pflanzen, Erd- und
Mineralfarben-Wandlasuren auf weißem reflektierendem Untergrund (möglichst
Wand-Lasurgrund, Art.Nr.2560).
Auch als Malmittel in der Tempera-Malerei zu verwenden. Nach
Trocknung wisch- und waschfest, spannungsarm, physiologisch unbedenklich. Kühl (ca.4°C)
und frostfrei unverdünnt ca. ein 3/4Jahr haltbar.
Zusammengesetzt aus den sauberen Naturrohstoffen:
Weiches Wasser, neuseeländisches Kasein, Bienenwachs,
Carnaubawachs, Schellack, Borax, Dammarharz, Borax, Glimmer, Bentonite, Rizinus-Standöl
und Latexmilch.
Verarbeitungshinweise:
ARTEMIS-Pflanzenfarben-Paste*
Je nach gewünschter Intensität in den
Bienenwachs-Wandlasurbinder einarbeiten. Empfohlen wird ein bis zwei Eßlöffel Paste für
0.75 l Binder. Die dann entstandene Wandlasurfarbe mit weichem Wasser (bei Pflanzenfarben
möglichst destilliertes Wasser) 1:3 bis 1:8 verdünnen. Proben an unauffälliger
Wandstelle machen!
Auftrag:
Mit Flächenstreicher (dichter, nicht zu weicher
Naturhaarbesatz), Tupfbürste, Naturschwamm oder mitmohairbeschichtetem Reibebrett
(Lasur-Set, Art.Nr.:70011) in kreisenden oder lemniskatenartigen Bewegungen zügig und
ansatzfrei, so gleichmäßig wie möglich überlappungsfrei einen Auftrag auf die Wand
bringen. Nach Trocknung (ca. 1/2 Stunde) beliebig viele Aufträge in gleicher Weise
vornehmen bis der gewünschte Farbton erreicht ist. Die Farben sind nicht vorher zu
mischen, sondern Farbnuancen sind auf der auf der Wand durch mehrere verschiedene
Farbaufträge zu erzeugen. Also nur rot und im zweiten Lasurgang gelb und dann blau usw.
Hierdurch sind Farbwirkungen zu erzielen, die durch Deckfarben nicht zu erreichen sind.
Jede Farbe bleibt bestehen, ohne sich mit der nächsten zu vermischen. Durch diese
durchsichtigen Farbschichten wird die Raumwirkung eine völlig andere. Das
architektonische Raumgefühl wird aufgehoben, und ein Farbraum entsteht.
Die Arbeitgeräte sofort nach Beendigung der Arbeit mit Wasser
und Seife reinigen.
Verbrauch:
Bei 1:6 verdünnter Lasur und zweimaligem Auftrag reicht 0.75
Ltr Wandlasurbinder + ein bis zwei Eßlöffel Farbpaste für ca. 25m².
*Farbkarten bitte anfordern!
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