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Sehestedter Naturfarben

Möbeloberflächen aus Schellack 

Eine von der oben beschriebenen Öl-Wachs-Behandlung grundverschiedene Oberflächenbehandlung ist die mit Lack auf der Basis des Naturharzes Schellack. (siehe auch: Die Geschichte des Natur-Rohstoffes Schellack)

 Petersburger Möbellack

 Eine helle Schellack-Streichqualität mit sehr hoher Füllkraft und gutem Verlauf, guter Untergrundhaftung und natürlich schneller Trocknung. Der Lack ist relativ gut beanspruchbar und problemlos überpolierbar. In Abwandlung der Rezepte aus dem letzten Jahrhundert, wird dieser Lack, dem Zeitgeschmack entsprechend, auch leicht mattiert eingestellt angeboten. Dieser Möbellack sollte unverdünnt in zwei bis drei Schichten mit einem guten Pinsel gestrichen , er kann jedoch auch gespritzt werden.

 Bei der Herstellung finden ausschließlich naturreine Rohstoffe Verwendung, wie:

 Superior Lemon Schellack (prima hell), Sandarak (eine Balsamharzausscheidung bestimmter Zypressen), Manila-Kopal, Benzoe, 100%iger Gärungsalkohol und eine Wachsmattierung bei der mattierten Version.

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 Sehestedter Möbellack

 Eine einfache Schellack-Streichqualität mit sehr hoher Füllkraft und gutem Verlauf, guter Untergrundhaftung und natürlich schneller Trocknung. Der Lack ist relativ gut beanspruchbar und problemlos überpolierbar. Er wird nach Rezepten aus dem letzten Jahrhundert in Handarbeit hergestellt. Dieser Möbellack sollte unverdünnt in zwei bis drei Schichten mit einem guten Pinsel gestrichen , er kann jedoch auch gespritzt werden.

 Nach schneller Trocknung gibt der Lack keine gesundheitlich bedenklichen Gase ab.

 Schon ein einmaliger Anstrich reduziert die Ausgasung von Formaldehyd auf 21% und z.B. bei PCP auf Werte unter 2% - eine beachtenswerte Nebenwirkung des Schellacks!

 Bei der Herstellung finden ausschließlich naturreine Rohstoffe Verwendung, wie:

 Superior Lemon Schellack (prima hell), Manilakopal (einem Harz dem Bernstein ähnlich), Benzoe (einem Harz des Styrax-Baumes mit zimtartigem Geruch), Venetianischem Terpentin (Kiefernharz), 100%iger Gärungsalkohol.

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 Pariser Holzlack, hell

 Eine sehr helle, farblose Version steht ebenfalls zur Verfügung. Da gebleichter Schellack erheblich teurer ist, sollte dieser Lack aus ökonomischen Gründen jedoch nur eingesetzt werden, wenn die Eigenfarbe des Lackes problematisch ist.

 Englische Politur

 Die Schellackpolitur  

Eine alte Tischler- und Malerregel sagt: "gut geschliffen ist halb poliert". Die Holzoberfläche soll die geringstmögliche Angriffsfläche für Verschmutzung bieten. Die geschützteste Oberfläche ist also die polierte, hochglänzende!  

Wenn über die eigentliche Schellackpolitur gesprochen werden soll, so muß deutlich der Unterschied zwischen einer Streichqualität und der Politur beschrieben werden.  

Die Politur besteht aus einer Schellack- und einer Kopallösung in 99%igem Alkohol. Bei der Englischen Politur, wie sie auch heute noch von den Sehestedter Naturfarben hergestellt wird, ist der Kopal mit Kreide vermengt in Alkohol gelöst. Die Kreide erleichtert die Löslichkeit und Klärung des Kopals im Alkohol.  

Im Unterschied zur Politur ist beim Petersburger Möbellack oder bei dem Pariser Holzlack, also bei den Streichqualitäten immer ein Zusatz von Venetianischem Terpentin vorhanden. Dieser dicke Terpentin bedingt die Elastizität des in dünnen Schichten mit guten Pinseln gestrichenen Lackes. Auf der anderen Seite ist ein solcher Lack für einen Politurgang völlig unbrauchbar.  

Der eigentliche Poliergang bedingt einige gewissenhafte Vorarbeiten. Je besser die Poren des Holzes geschlossen sind, desto höher wird der Glanz und desto geringer ist aber auch der Verbrauch an Politur und Zeitaufwand.  

Bei Holzarbeiten aus Weichholz schlagen die alten Tischler z.B. eine Leimung mit Leimwasser vor (1 Teil Knochenleim, 5 Teile heißes Wasser). Das Leimwasser wird drei bis viermal mit einem Pinsel aufgetragen, nach Abtrocknung mit einem feinem Sandpapier (Körnung 200 oder feiner) abgeschliffen und dann mit Petersburger oder Pariser Lack gestrichen oder es kann mit dem Polieren begonnen werden indem man den ersten Gang , die Grundierung der Politur aufträgt.  
Eine andere Art der Porenschließung ist das Grundieren und Auspolieren mit Sehestedter Tripelpaste. Diese Fläche sollte jedoch einige Wochen aushärten, bevor mit der Schellackpolitur begonnen wird.  

Dazu nimmt man ein Bäuschchen Watte, befeuchtet es mit etwas Politur, schlägt um diesen angefeuchteten Watteballen einen reinen groben Leinwandlappen, dreht die Enden desselben so zusammen, daß sie einen bequemen Handgriff ergeben. Nun gibt man auf die untere Fläche des so gebildeten Polierballens einen Tropfen Leinöl. Unter leichtem Druck trägt man auf die zu polierende Fläche unter kreisförmigen Bewegungen die durch die Leinwand filtrierende Politur auf. Das Leinöl erleichtert die rasche Bewegung mit dem Polierballen, doch darf man auch nicht zu viel Öl nehmen, da die Politur sonst schmiert, klebt und leicht die schon auf dem Holz fest gewordene Politur wieder abreißt.  

Das Grundieren mit Politur geschieht, bis alle Teile des zu polierenden Gegenstandes vollkommen gleichmäßig gedeckt sind und einen matten vom Leinöl herrührenden Glanz zeigen. Dann, wenn dieser Grund womöglich einige Tage gestanden hat, beginnt man mit dem Auspolieren.  

Zum Auspolieren nimmt man mit 99%igen Alkohol verdünnte Politur, zum Fertigmachen nur Alkohol. Zuviel Öl nimmt man ebenfalls mit Alkohol weg und arbeitet stets lieber mit dünner als mit starker Politur. Das Auspolieren ist in einem warmen, staubfreien Raum mit möglichst geringer Luftfeuchte vorzunehmen. Den einzelnen Lagen sollte immer reichlich Zeit zum Trocknen und Aushärten gegeben werden.  

Abschließend sei vermerkt, daß die Schellackpolitur schon immer ein großes handwerkliches Können darstellte und viel Übung bedurfte.  
Laien sei empfohlen, die Politur mit einem Leinenlappen in dünnen Schichten und kleinen Partien durch einfaches Überwischen aufzutragen und sich auch hierfür viel Zeit zu lassen.

Polieröl

Bestimmte Regeln für das Polieren lassen sich schwer geben. Es ist eine Arbeit, die viel Erfahrung verbunden mit Geschick erfordert. Viele Handwerker benutzen als Finish dieses Polieröl

Bei der Herstellung finden ausschließlich reine Rohstoffe Verwendung:

Alkohol 100%tig, hochgereinigtes Benzin, Benzoe und Sandarak.

Das Verfahren ist folgendes:

Nachdem die Fläche vorpoliert ist, feuchtet man einen reinen wollenen Lappen mit der Politur gut an, umgibt ihn mit einem reinen Leinenlappen und poliert mit dem so gebildeten Ballen erst leicht und dann stärker, bis der Ballen trocken ist. Hierdurch erreicht man in kürzester Zeit einen äußerst vollkommenen Glanz, welcher nicht vergeht. Außerdem ist ein Reißen der Politur, wie es beim Reinpolieren mit Spiritus der Fall ist, ausgeschlossen.

aus: "Der praktische Polierer", Bremen 1909

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 Sehestedter Pflanzenbeizen

 Rotholz-rot

 Rotholz-violett

 Catechu-braun

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 Indigo-Blau

 Gelbholz-gelb

 Rustikal-braun

 Sprit-schwarz