H
olzoberflächen müssen
je nach dem Grad der Strapazierung gegen Verschmutzung geschützt werden. Es sollen hier
die unterschiedlichen häufigsten Anwendungen besprochen werden.
Leinöl ist das Öl, welches Holz optimal schützt. Leinöl hat ein
ausgezeichnetes Kriechvermögen, das schon in alten Zeiten ausgenützt wurde, um Holz
widerstandsfähiger zu machen. Da das Öl sehr dick ist, haben es früher die Handwerker
heiß aufgetragen. Spielzeug, Brotbretter und andere kleine Gegenstände, die einfach nach
dem Einölen abzuwischen sind, können gut mit Sehestedter Kräuterfirnis eingeölt
werden. Soll es darum gehen, daß möglichst viel Leinöl in das Holz hinein gebracht
werden soll, so ist es ratsam das Leinölfirnis zu verdünnen, ein Halböl herzustellen
aus Leinölfirnis und Leinöl-Verdünnug, oder auf das Sehestedter Grundieröl
zurückzugreifen.
Sehestedter Kräuterfirnis
Ein reines, abgelagertes Leinölfirnis mit den holzschützenden
und angenehm duftenden Wirkstoffen des Guajak-, des Wacholder- und Melissenholzes und der
Rinde des Neembaumes.
Bei den Wirkstoffen handelt es sich um Auszüge, die durch
längere Lagerung (mind. 1/2 Jahr) der betreffenden fein geraspelten Hölzer im
Leinölfirnis gewonnen werden, einem speziellen Sehestedter Verfahren.
Der Rohstoff des Leinölfirnis ist Leinöl, ein trocknendes
fettes Öl, gewonnen aus dem Samen des Flaches, Linumusitatissimum L. Es enthält
Schleimstoffe, die für viele Anwendungsgebiete nachteilig sind. Entschleimtes Öl hat die
Bezeichnung Lackleinöl. Dieses trocknet ohne Sikkativ in ca. 4 Tagen. Besseres
Trocknungsvermögen und besserer Verlauf wird erzielt durch eine Verkochung unter Zugabe
von Metallverbindungen (ca.0.4%) Mangan aus Braunkohle und Kobalt (also kein Blei und
Barium!).
Leinöl und Leinölfirnis braucht Licht zum Trocknen, also nie das Schrankinnere mit
Leinöl streichen.
Leinölfirnis ist besonders geeignet zum Imprägnieren von
Kinderspielzeug, Küchenbrettern, Holzwerk im Innenbereich, das einen satten farblosen
Anstrich erhalten soll.
Verarbeitung:
Früher haben die Handwerker das Leinölfirnis heiß
aufgetragen, um es gut in das Holz eindringen zu lassen. Besser ist eine 40-50%-ige
Verdünnung mit einem reinen, natürlichen Terpentin (siehe Grundieröl). Das Firnis soll
möglichst vollständig vom Untergrund aufgesogen werden. Überschüssiges Firnis mit
einem Lappen entfernen, es könnte blank auftrocknen oder gar klebrig bleiben.
Verbrauch:
ca.10m2/l.
Ölgetränkte Putzlappen auseinandergenommen trocknen oder verbrennen, da Leinöl
unter Lichtabschluß (z.B. in dem zusammengeknüllten Lappen) zur Selbstentzündung neigt.
Sehestedter Grundieröl
Ein "Halböl" aus reinem Leinölfirnis und
Naturöl-Verdünnung (40%). Ohne die Verdünnung ist das Leinöl-Firnis zu dickflüssig,
um im kalten Zustand ins Holz gut und schnell eindringen zu können.
Grundieröl wird hauptsächlich benötigt, um durch eine
primäre Öllage, das Holz zur Aufnahme von Wachsen oder Lacken vorzubereiten. Ohne diese
Grundierung würde z.B. ein Bienenwachsauftrag eine ungleichmäßige Fläche ergeben.
Zusammensetzung:
Leinölfirnis, bleifrei, Isoaliphate, Citrus-Terpentin.
Verbrauch:
1.0l/10m2
Sehestedter Leinöl-Verdünnung
Zum Verdünnen aller ölhaltigen Lacke, Firnisse und Lasuren
sowie zur Reinigung der Arbeitsgeräte und zum Entfernen von Flecken auf gewachsten und
geölten Flächen geeignet. Auch harzreiche und exotische Hölzer sollten mit der
Verdünnung vor der Grundierung abgerieben werden.
Die Verdünnung ist eine aliphatische Verbindung (Aliphaten von
griech.: aleiphar = Salbenöl, Fett). Aliphatische Verbindung ist die Sammelbezeichnung
für organische Verbindungen, deren C-Atome in geraden oder verzweigten Ketten angeordnet
sind, im Gegensatz zu den isocyclischen Verbindungen, bei denen die C-Atome Ringe bilden
(Benzol-Ringe). Damit werden die aliphat. Verbindungen den acyclischen Verbindungen
gleichgesetzt, deren Untergruppen die Alkane, Alkene u. Alkine sind, z.B. Alkohole
(Ethanol), Carbonsäure (Essigsäure), Fette, Seifen, Wachse uva. Sie sind frei von
krebserregenden Stoffen, wie Toluol oder Benzol, die sehr starke Löser darstellen und im
sg. Terpentinersatz enthalten sind. Isoaliphate werden heute noch größtenteils aus
Erdöl hergestellt, in der Zukunft ist aber eine Produktion aus natürlichen Rohstoffen
möglich. Eine universelle Verdünnung aus Isoaliphaten benötigt aber zur Verbesserung
der Lösekraft einen 5%igen Zusatz von natürlichem Citrus-Terpentin, welches jedoch frei
ist von kanzerogenen Stoffen.
Sehestedter Leinöl-Holzöl-Innenlasur,
farblos
Ein Öl für alle Innenflächen aus Holz, Kork und Stein, die
wasser- und schmutzabweisend werden sollen. Läßt Kiefernholz nicht so stark nachdunkeln
und trocknet auch als Schrank-Innenanstrich im Gegensatz zu einfachem Leinölfirnis. Es
trocknet matt auf und kann überstrichen werden.
Dieses Öl ist eine Kombination von Verkochungen des Leinöls,
chinesischen Holzöls (Tungöl) und Rizinusöls in einem Lösungsmittelgemisch aus
hochwertigem französischen Pinienöl, gereinigtem portugiesischen Balsamterpentin,
Orangenschalenterpentin aus Brasilien und Isoaliphaten, Kieselsäure als Mattierung und
Calzium-Kobalt-Zirkonium-Oktoat als Trockenstoff Verarbeitung:
Der Untergrund muß frei von deckenden oder abblätternden Altanstrichen sein, sonst
abbeizen (Scheidel-Abbeizer Bst.Nr.:7010) oder schleifen.
Im Abstand von 12 bis 24 Stunden zwei dünne Anstriche
aufbringen.
Sehestedter Lackspachtel
für Innen und Außen
Ein Leinöl-Lackspachtel für Fenster und Türen auch im
Außenbereich. Sehr gut schleifbar.
Zusammensetzung:
Leinöl- und Holzöl-Standöl, Rezinen-Standöl, Kalkharz,
Dammarharz, sehr feines amorphes Siliciumdioxyd, Titandioxid.