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ne Außen-Wandfarbe zum
Anstrich mineralischer Untergründe, z.B. für Zement- und Kalkzement, Kalksandstein und
Beton, und zwar als Neuanstriche sowie zur Renovierung alter Silikat- und anderer
Mineral-Farbenanstriche. Sie erhält durch ihr mattes, mineralisches Aussehen das
natürliche Erscheinungsbild der Fassaden.
Die Farbe ist weiß, kann aber auch in vielen Volltönen und in
hellpastellen Farbtönen geliefert werden. Ungeeignete Untergründe für diese Wandfarbe
sind glatte Kunststoffoberflächen, Lackfilme, Leimfarben, frische Putze und stark
hydrophobe Flächen. Im Sinne der VOB/C DIN 18 363 ist diese Wandfarbe als
Dispersionssilikatfarbe (früher: Organosilikatfarbe) zu bezeichnen. Das Produkt enthält
außer den silikatischen Bindemitteln eine Naturharz-Dispersion, Pigmente, Füllstoffe und
verschiedene Additive, wobei der Gesamtgehalt an organischen Bestandteilen, bestimmt durch
den Glühverlust, bezogen auf die Gesamtmenge des Anstrichstoffes in Lieferform max. 5
Gew.-% beträgt.
Der Dispersionsgehalt in der gemäß DIN 18 363, Abschnitt
2.4.6. zusammengesetzten Silikatfarbe verfilmt nicht und stellt deshalb nur Bindemittel in
beschränktem Maße dar. Die Dispersion hat zur Hauptsache rheologische Funktion und eine
schützende Aufgabe in der Anfangsphase nach der Applikation der Farbe, bis die
Verkieselung weit genug fortgeschritten ist.
Im Gegensatz zu herkömmlichen Bautenanstrichen, bei denen es
sich im allgemeinen um Kunstharz-Dispersionsfarben handelt, bildet die Silikatfarbe keinen
Film auf der Oberfläche des Baustoffes sondern reagiert chemisch mit dem Untergrund,
wobei in der Kontaktzone eine feste chemische Verbindung ensteht. Eine Aushärtung des
Anstriches erfolgt durch chemische Umsetzung mit der Kohlensäure der Luft unter Bildung
eines Kieselsäuregerüstes. Diese Reaktion wird "Verkieselung" genannt.
Die gerüstartige Struktur des ausgehärteten Anstrichs hat zur
Folge, daß dieser im Gegensatz zu filmbildenden Anstrichen nicht von Wasser hinterwandert
und blasenartig vom Untergrund abgedrückt werden kann.
Die verkieselten Anstriche mit der Sehestedter Silikatfarbe
besitzen Härte, Kratzfestigkeit und hohe Widerstandsfähigkeit gegen aggressive
Einflüsse aus der Atmosphäre (Abgase). Sie sind daher im Gegensatz zu
Kunststoffanstrichen sehr dauerhaft.
Hohe Wasserdampfdurchlässigkeit - geringe Wasseraufnahme
Eine wesentliche Aufgabe einer Bautenfarbe ist es, die Fassade
vor witterungsbedingter Feuchtigkeit zu schützen und gleichzeitig die im Gebäudeinnern
durch Bewohnung anfallende Feuchtigkeit gut und schnell nach Außen abzugeben.
Die Sehestedter Dispersionssilikatfarbe hat
eineausgezeichneteWasserdampfdiffusionsfähigkeit und dabei eine bei Silikatfarben nicht
übliche hohe Wasserdichtigkeit.
Das extreme schleswig-holsteinische Wetter (viel Regen und
starker Wind) macht eine Fassadenfarbe erforderlich, die möglichst wenig des ständigen
horizontalen Regens aufnimmt. Die Wände werden dadurch zu stark durchfeuchtet und die
Wärmeleitfähigkeit steigt. Mit dem Regen werden außerdem auch Schadstoffe und Schmutz
in die Wand befördert und damit auch die Lebensdauer der Fassadenfarbe verkürzt.
Letzteres trifft besonders auf Großstädte zu.
Die Sehestedter Dispersionssilikat-Fassadenfarbe ist
entsprechend diesen Extremanforderungen konzipiert. Durch eine Kombination einer
kieselsauren Kaliwasserglaslösung mit einer speziellen Kiesel-säuredispersion und durch
eine sorgfältige Auswahl und Schichtung der Füllstoffe erfüllt diese Fassadenfarbe die
feuchtigkeitstechnischen Forderungen gemäß DIN 18558.
Verarbeitungshinweise:
Im Vergleich zu anderen Bautenfarben weist die Sehestedter
Dispersionssilikat-Fassadenfarbe einige Besonderheiten auf, die bei der Verarbeitung
berücksichtigt werden müssen.
Das Bindemittel basiert auf einer speziellen
Kaliumsilikatlösung, die wie alle echten Lösungen- im Gegensatz zu Dispersionen - ein
hohes Penetrationsvermögen hat und daher schnell und leicht in saugfähige Untergründe
eindringt. Durch Verdünnung mit Wasser wird das ohnehin schon hohe Eindringvermögen des
silikatischen Bindemittels noch gesteigert. Daher darf diese Fassadenfarbe nicht auf
saugende und/oder nasse Untergründe aufgetragen werden. Nasse Flächen müssen zunächst
trockengelegt werden, und die Saugfähigkeit durch sorgfältige Grundierung verringert
werden. Die Farbe darf nicht bei Außentemperaturen unter +60C aufgebracht werden. Die
Lagertemperatur darf 00C nicht unterschreiten.Alte Silikat- oder andere
Mineralfarbenanstriche können nach Reinigung, Beseitigung von Rissen und Entfernen von
losen Teilen überstrichen werden.Bei Dispersionsfarbenvoranstrichen sind besondere
Maßnahmen zu treffen, weil diese mit der alkalischen Silikatfarbe und Feuchtigkeit in
Reaktion treten können, wodurch die Silikatfarbe schließlich die erforderliche Haftung
zum Voranstrich verlieren würde. Es ist daher zu empfehlen, alte Dispersionsanstriche
sowie andere, organische Bindemittel enthaltene Voranstriche vor dem Auftrag der
Silikatfarbe zu entfernen. Sollte dies nicht vollends möglich sein, besitzt die
Sehestedter Dispersions-Silikatfassadenfarbe durch die Naturharz-Dispersion soviel
Haftvermittler, daß die Fassade zumindest für einige Jahre geschützt wird.
Gegebenenfalls müssen dann einige Stellen ausgebessert werden.
Die Silikatfassadenfarbe ist unter normalen
Witterungsbedingungen nach 4 bis 6 Stunden oberflächlich trocken regenbeständig.
Vollständige Aushärtung (Verkieselung) des Anstriches wird jedoch erst nach längerer
Zeit erreicht. Jeder weitere Anstrich soll erst nach mindestens 12stündiger Trocknung des
vorangegangenen vorgenommen werden.
Rückstände von Schalöl auf Sichtbetonflächen müssen vor dem
Auftrag der Farbe sorgfältig entfernt werden. Dies wird vorteilhaft mit Schaumreinigern
vorgenommen, die gegebenenfalls mit Ammoniaklösung oder Fluosilikatlösung kombiniert
werden. Niemals mit Salzsäure arbeiten - Ausblühungen!
Anstrichaufbau:
1. Grundierung mit Sehestedter Silikat-Grund, bei saugenden Flächen unverdünnt, sonst
1:1 bis 1:2 mit Wasser verdünnt sorgfältig streichen.
2. Sehestedter Dispersionssilikat-Fassadenfarbe mit 15% bis 20% Silikat-Grund verdünnt
streichen.
3. Mit einer Schlemme aus feinem Quarzsand und Farbe können gewisse
Unregelmäßigkeiten kleine Löcher und Risse ausgeglichen werden.
4. Deckanstrich mit unverdünnter oder evtl. 10% mit Silikat-Grund verdünnter
Fassadenfarbe. Niemals mit Wasser verdünnen!
Verbrauch:
Sehestedter Silikat-Grund ca.0.1 l/m² für Grundierung und evtl. Verdünnung
der Farbe.
Sehestedter Dispersionssilikat-Fassadenfarbe ca. 0.2 l/m² für zweimaligen
Anstrich
Haltbarkeit:
Die Stabilität der Farbe beträgt ca. 12 Monate.
| Lieferform: |
| 25800005.0 |
5.0 l |
| 25800010.0 |
10.0 l |
Lasurtechnik auf Beton
An dieser Stelle soll auch auf die Möglichkeit der Anwendung
der Lasurtechnik (s.S.30) z.B. auf Sichtbeton aus sägerauher Schalung hingewiesen werden.
Hier wird mit dem Sehestedter Silikat-Grund als Bindemittel und alkalibeständigen Erd-
und Mineralfarbpigmenten (siehe neue umfangreiche DRITTE HAUT LADEN- Preisliste)
direkt auf die Sichtbetonwand lasiert. Dies ist eine Möglichkeit eine an sich nüchterne
Betonhöhle künstlerisch in einen Farbenraum zu verwandeln.