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Sehestedter Naturfarben

Umwelterklärung

Die Input-Output-Bilanz

Die Input-Output Bilanz beschreibt die Auswirkungen unseres Betriebes auf die Umwelt weitestgehend. Selbst wenn wir alle eingehenden und ausgehenden Stoff- und Energieströme mengenmäßig erfassen, würde überdie Qualität der eingesetzten Stoffe und der Fertigprodukte nichts gesagt sein. Es ist unserer Meinung nach nicht egal, ob Rohstoffe, die aus dem Erdöl gewonnen wurden, eingesetzt werden oder ob es Naturrohstoffe sind, aus denen die Fertigprodukte gewonnen werden.
So gesehen halten wir es für wichtig, in unserer Produktion darauf zu sehen, inwieweit wir Produkte aus Rohstoffen herstellen, die den Verbraucher und die Umwelt weniger belasten. Primär ist hier die Umstellung von Terpentin auf Wasser zu nennen und durch Grafiken zu verdeutlichen.

Rohstoffe
Der Rohstoffverbrauch ist durch die Anforderung der Kunden vorgegeben. Die Kunden erwarten in der Regel, daß die Naturfarben "genauso gut sind" wie die Produkte der chemischen Industrie. Einzige Möglichkeit diesen Anforderungen gerecht zu werden liegt darin, möglichst hochwertige Rohstoffe aus nachwachsenden Ressourcen einzusetzen, sorgfältig zu rezeptionieren und die Produkte auf die jeweiligen begrenzten Anwendungen zuzuschneiden. Das was die chemische Industrie zum größten Teil durch Hilfs- und Zusatzstoffe erreicht, müssen wir durch Sorgfalt auszugleichen und durchdie optimale Auswahl der Einsatzstoffe kompensieren. Wir setzen nur hochwertige Rohstoffe ein und haben den Produktionsprozess so eingerichtet, daß die Rohstoffe schonend behandelt werden. Auf den Rohstoffverbrauch haben wir kaum Einfluß, obwohl wir bemüht sind unsere Rezepte und den Fertigungsablauf ständig zu verbessern und hierdurch Einsatzstoffe einzusparen. Die bezogenen Rohstoffe sind in der folgenden Zusammenstellung aufgelistet.

Hilfsstoffe
Im Vergleich zu den Rohstoffen werden die Hilfsstoffe in geringen Mengen verbraucht. Aufgrund ihrer stofflichen Zusammensetzung sind sie allerdings als ökologisch bedeutsamer einzustufen. Besonderes Augenmerk muß auf die organischen Zusatzstoffe gelegt werden, die nur dort in geringstmöglichen Mengen eingesetzt werden, wo es die Anforderungen an die Produkte notwendig machen. Wir erstellen ein Gefahrstoffkataster, das einen Überblick über die möglichen Umweltauswirkungen ermöglicht. Wir achten darauf, daß die Mengen der bei uns gelagerten Gefahrstoffe und wassergefährdenden Stoffe möglichst gering bleiben, um das Umweltrisiko insbesondere im Störfall zu minimieren.

INPUT: Eingesetzte Rohstoffe

Nachwachsende Rohstoffe - Öle - Harze-Gummen-Wachse

Leinölfirnis
Leinöl-Holzöl-Standöl 8:2
Kopal, gelöst in d-Limon
Leinölstandöl 450P
Leinölstandöl 30P
Ricinus-Standöl (Synourin)
Pineoil
Latex-Gummimilch
Dammarharz
Bienenwachs
Carnaubawachs
Chitosan
Schellack
Schellackwachs

Hilfsstoffe, anorganische (natürliche) Zusatzstoffe

Kasein
Methylcellulose
Olein
Bentonit
Colophoniumester
Borax
Borsäure
Borester
Kaliwasserglas
Salicylsäure
Citronensäure
Essigsäure
Kalilauge
Trasol
Neemöl-Konzentrat
Soja-Lecithin
Calcium-Octoat

Lösemittel

Isoaliphate (Shell Sol T)
Balsamterpentin
d-Limonen(Orangenterpentin)
Ethanol
Imsol R

Rohstoffe - Füllstoffe - Pigmente

Dolomitgesteinsmehl
Talkum, weiß
Talkum, grau
Kreide
Titandioxid
Titandioxid, ultrafein
Weißkalkhydrat
Siliciumdioxid
Eisenoxydrot
Eisenoxidgelb
Aluminiumsilikat (ASP)
Brilliantgelb
Monastralblau
Chromoxidgrün
China Clay
Talk-Naintsch

Hilfsstoffe, organische Zusatzstoffe
Alterungsschutzmittel f.Latex
Konservierungsmittel
Emulgator (Fettalkoholethersulfat, Na-Salz)
Permetrin 25:75 trans
Cobalt-Zirkonium-Octoat
Zink-Octoat

OUTPUT: Produktpalette

Produkte auf Lösemittelbasis

Grundieröl
Bläueschutz-Grundieröl
Leinöl-Holzöl-Innen-Lasur
Holzöl-Außenlasuren, (21 Farben)
Holzöl-Renovierungslasur, fbl.
Leinöl-Lackfarbe (8 Farben)
Maler-Weißlack
Vorlack
Heizkörperlack
Lackspachtel

Salicylsäure-Schimmelentf.
Wurzelteer-Wetterfarbe
Polybor-Borax-Borsalzgemisch
Pyrethrum-Holzschutz, bekämpfend

Fußboden-Hartharzöl
Kork-Parkett-Öl
Holzöllack/Bootslack
Bernsteinlack

Pflegeöl
Bienenwachs-Streichbalsam

Tripel-Polierpaste
Flecklöser
Metallputzmittel f. Silber

Möbel-Bienenwachssalbe
Restaurator-Polierwachs
Bienenwachs-Schuhcreme (6 Farben)
Petersburger Möbellack
Pariser Holzlack, klar
Englische Politur
Holzlack aus Schellack

Klavierschwarz
Beize, Spritschwarz

Mottenmittel aus Ätherischen Ölen
Möbelöl
Lederöl
Produkte auf Wasserbasis

Neemöl-Emulsion
Pflanzenseifen-Konzentrat
Fußbodenseife mit Carnaubawachs
CHITOWACHS
Carnauba-Bohnermilch
CHITOLACK, farblos
CHITOLACK, farbig (7 Farben)
Chitoöl (Verdünner)

Kaseinleim
Naturharz-Kleber
Baupapier-Kleber
Kork-Fugenspachtel

Tiefengrund
Kalkkaseinfarbe
Sumpfkalkfarbe
Natur-Latexfarbe
Kasein-Binderfarbe
Wand-Lasurgrund
Abtönpasten (15 Farben)

Silikatgrund
Dispersions-Silikat-
Fassadenfarbe

Lasurbinder mit Chitosan
Bienenwachs-Lasurbinder

CHITO-Wandlasurfarbe
mit Pflanzenfarben (5)
CHITO-Wandlasurfarbe
mit Erd- o. Mineralfarben (5)

Lederpflege-Bienenwachs-Emulsion
Pflanzenbeize, Rotholz
Pflanzenbeize, Rotholz-Viol.
Pflanzenbeize, Indigo-blau
Pflanzenbeize, Carteschu
Pflanzenbeize, Gelbholz

Energie
Der Stromverbrauch betrug 1995 13.915 KWh. Hauptverbraucher waren dabei die Rührwerke, deren Beheizung und die Ventilatoren.
Besonders bei den Kochern kann Energie eingespart werden, indem die Anlagen umgerüstet werden.
Der Energieverbrauch für die Ölheizung ist mit 120MWh (19.000 Litern Heizöl) sehr hoch.
Nach dem Einbau eines neuen Brennwertkessels (Vetter) erwarten wir fürs nächste Jahr einen erheblich geringeren Ölverbrauch.
Durch Isolation der Zuleitungen und Einbau von Schiebern und Reglern für die einzelnen Heizkörper in der Werkhalle kann erheblich Energie eingespart werden.
Dieselkraftstoff (5870 Liter) findet Einsatz bei Fahrzeugen. Durch die Umstellung des Vertriebes auf BAHNTRANS erhoffen wir auch hier eine Reduzierung des Verbrauches.

Abwasser/Wasser
Der Reinigungs- und Sanitärwasserverbrauch ist doppelt so hoch wie das Wasser, das in die Produkte kommt. Wie in jedem ökologisch arbeitenden Haushalt arbeiten auch wir daran Wasser zu sparen.

Emissionen
Da die Produktion und die Lager für Rohstoffe und Fertigprodukte sich in einer Halle befinden, muß stets sehr sorgfältig produziert werden. Besonders Stäube dürfen nur sehr wenig entstehen. Dementsprechend sind die Rezepte und Verfahrensanweisungen so aufgebaut, daß nur noch eine sehr kleine Menge in den Filteranlagen verbleibt. Diese Mineralstäube werden durch ausschütteln der Filter gesammelt (ca.5.0kg/Jahr).
Alle beweglichen Behälter in der Produktion der lösemittelhaltigen Produktlinien werden zur Reduzierung der Emissionen sorgfältig abgedeckt.
Die größte Emissionsquelle für organische Lösemittel stellte bisher die Schmelzung des Dammarharzes für die Bindemittel der Wandfarben und der Kleber dar. Ende 1996 haben wir erreicht, die Binder in einem neuen Verfahren ganz ohne Lösemittel herzustellen. Es entweicht jetzt nur noch aromatisierter Wasserdampf. Sollte die Produktion von Wandfarben und Klebern sehr stark zunehmen, ist eventuell auch hier ein Filtersystem einzurichten.

Lärm
Der Geräuschpegel ist nicht umweltrelevant.
In den Außenbereich dringen so gut wie keine Geräusche. Messungen sind bisher nicht durchgeführt worden.

Geruch
Im Werk gibt es keine Geruchsbelästigung, da die eingesetzten Rohstoffe und verwendeten Herstellungsverfahren hierzu nicht beitragen. Die Gerüche werden im Gegenteil als sehr angenehm empfunden. Deshalb bestand auch hier keine Veranlassung Messungen durchzuführen.

Abfälle

In unserem Betrieb fällt kein Sonderabfall an. Das Waschwasser der Rührbehälter wird gesammelt und in der nächsten Charge wieder als Rezepturwasser eingesetzt. Sollten die zeitlichen Abstände zwischen den Produktionsgängen zu lang sein, wird das Waschwasser registriert und in die Kanalisation geleitet.
Die größte Menge Abfall fällt durch die Verpackung der Rohstoffe an. Papiersäcke und PE-Folien werden als hausmüllähnliche Abfälle durch das örtliche Entsorgungsunternehmen in entsprechenden Beuteln verpackt abgenommen (5000l/Jahr).

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