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Sehestedter Naturfarben

Pflanzenfarben-Wandlasur

Lasieren ist eine Kunst, die zu verwirklichen viel Geschicklichkeit und Einfühlungsvermögen erfordert. Bevor die Arbeit künstlerisch wird, muß jedoch die Technik des Lasierens geübt und beherrscht werden. Nachdem alle Komponenten der Wandlasur im vorherigen besprochen wurden, soll darum an dieser Stelle noch einmal die Arbeitstechnik genau erläutert werden.

Die Wände müssen, wie vorher beschrieben, mit Sehestedter Wandlasurgrund grundiert werden. Vorher ist darauf zu achten, daß alte Anstrichen fettfrei gewaschen oder Leimanstriche entfernt werden müssen. Gipswände oder andere stark saugende Untergründe sollten vorher mit dem Sehestedter Tiefengrund behandelt werden. Bei Neubauten mit noch hochalkalischem Zement- oder Kalk-Putz ist bei Pflanzenfarbenlasur durch eine Neutralisation mit Alaun ein möglichst neutraler Untergrund einzustellen (Lakmuspapier: 6-7).

Ist die Grundierung aufgetragen und genügend ausgehärtet, kann mit dem Lasieren begonnen werden. Vorher noch ein Tip zum Zusammenrühren der Lasurfarbe aus Sehestedter Bienenwachsbinder, ARTEMIS-Pflanzenfarben oder Sehestedter Erd-oder Mineralfarbpaste und Wasser:

Wie beim Kuchenbacken, immer das Dünne zum Dickeren geben, dann vermischt sich alles ganz einfach.

Das Lasieren besteht aus zwei Arbeitsgängen, die ineinander übergehen:

  1. Dem Auftragen der flüssigen Farbe mittels eines breiten Flächenstreichers.
  2. Dem Verteilen der noch nassen Farbe ebenfalls mit einem breiten trockenen Flächenstreicher oder besser mit einer sogenannten Tupfbürste.

Lasurtechnik Am besten wird zu zweit oder zu dritt gearbeitet, da es schnell gehen muß. Eine regelmäßige Lasur ohne zu große Wolkenbildung wird erreicht durch sorgfältigen und gleichmäßigen Auftrag der Farbe in rythmischen Bewegungen. Als Beispiel können folgende erprobte Rythmen empfohlen werden:

Zuerst wird die Farbe von oben nach unten mit senkrechten Strichen geführt, jede Bahn ca. 1.0 Meter breit. Eine zweite Bahn wird daneben gesetzt, immer so, daß die Endnähte der Bahnen sich nicht überlappen und noch gut naß sind. Jetzt wird schnell verteilt. Das kann entweder mit geraden wagerechten Strichen oder mit schrägen Lemniskaten (siehe Zeichnung) gemacht werden. Es ist wichtig schnell zu arbeiten, da die äußeren Farbbahnen immer feucht bleiben müssen, um einen doppelten Auftrag und damit Wolkenbildung zu vermeiden. Je nach Temperament findet jeder recht bald seinen eigenen Rythmus, den es dann auch einzuhalten gilt. Eine Lasur eines erfahrenen Künstlers trägt so seine ihm eigene "Handschrift".

Lasurtechnik So ist es natürlich auch möglich, mit schrägen Lemniskaten zu beginnen, mit waagerechten zu verteilen und evtl. mit geraden Strichen den Abschluß zu egalisieren. - Anfängern oder Einsteigern, denen die Arbeit mit einem Flächenstreicher noch fremd ist, ist die Schwammlasur oder die Reibebrettlasur zu empfehlen. Besonders dem Bedächtigen, dem Phlegmatiker, sagt die ruhige Arbeit mit dem Natur-Schwamm sehr zu. Auch hier sind die Ergebnisse etwas Besonderes. Durch die Löcher im Schwamm können nämlich gerade bei mehrfarbigen Schichten Wirkungen erreicht werden, die mit keiner anderen Technik, aber auch mit keinem anderen Material erzielt werden können. So wird z. B. ein Orange, das durch Gelb und Rot aufgebaut wird, immer neben dem Orange auch gelbe und rote Pünktchen zeigen. Um EInsteiger nicht zu negative Ergebnisse haben zu lassen, bietet der DRITTE HAUT LADEN ein Lasur-Set an.

Es besteht aus einem mohairbeschichteten Reibebrett, einer Farbwanne und einer Rolle in der Farbwanne, die die dünne Farbe auf das Reibebrett transportiert. Diese Technik hat den großen Vorteil, daß das „Regnen", das Herunterlaufen der dünnen Farbe, durch übermäßige Farbaufnahme mit dem Flächenstreicher unterbleibt. Zum anderen kommt die Farbe exakt in die Ecke zur angrenzenden Wand ohne „Nester" zu bilden. Das Tempo mit dieser Methode ist nicht ganz so groß wie mit Flächenstreicher und Tupfbürste, dafür bringt sie aber sehr gute Resultate.

Beginnend mit einem geraden Auftrag in der Ecke zur angrenzenden Wand, nimmt man diesen auf und geht über in kreisende oder lemniskatische Bewegungen, bis keine Farbe mehr auf dem Reibebrett vorhanden ist. Jetzt wird das Reibebrett über die Rolle in der Wanne wieder mit Farbe versehen und eine zweite Fläche wird neben die erste gesetzt, ohne diese zu überlappen. Mit dem trockenen Reibebrett können dann die noch feuchten Flächen verbunden werden.

Wenn das Lasieren nicht selbst gemacht werden soll,
empfehlen wir die... RAUMFARBFINDER

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